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Seulberg wird 1250 Jahre!

Die wichtigsten Termine für das Jubiläumsjahr finden Sie hier.

„Was feiern wir eigentlich“ oder
„Mit dem Blick zurück nach vorn geschaut“

Darauf hat Seulberg 1250 Jahre gewartet: Jedenfalls reicht seine Geburtsurkunde soweit zurück, um genau zu sein ins Jahr 767, als ein gewisser Aliulf dem Kloster Lorsch für sein Seelenheil ein Hofgut überschrieb. Mit einem großen Mittelalter-Spectaculum am 18./19. März 2017 feiert der heutige Friedrichsdorfer Ortsteil das runde Jubiläum.

Und doch ist es erst der Auftakt zu dem großen Festwochenende am Schützenplatz mit Umzug und Livekonzerten an Pfingsten sowie am 31. September / 1. Oktober, wenn es heißt: Seulberg rollt in die Zukunft .

Dank der gewissenhaften Mönche reiht sich Seulberg in die Reihe von rund 3000 Orten, die ohne den Lorscher Kodex, eine Art Kataster aller Besitztümer der Reichsabtei, erst weitaus später aus dem geschichtlichen Dunkel träten. Im Rahmen dieser Frühgenannten gehört Seulberg wiederum zu den ältesten. Erst drei Jahre vor Arniulfs Schenkung war das Kloster im heutigen Südhessen gegründet worden. Nach dem damaligen Glaubensverständnis kam eine Güterschenkung an eine bedeutende christliche Stätte dem Seelenheil zugute, für das die Ordensleute zu beten hatten.

Wie aber kamen Aliulf und andere Herren zu ihrem Besitz? Das Schenkungswesen spricht jedenfalls für hoch entwickelte Verwaltungsstrukturen im fränkischen Reich: Seine „Hausmeier“ und späteren Könige belehnten ausgewählte Gefolgsleute mit Grund und Boden, wofür diese mit ihren Bauern und sonstigen Leibeigenen Waffendienst zu leisten hatten.

Freilich musste das übereignete Land vielfach erst kultiviert, also gerodet oder trockengelegt werden. Für die Besiedlung Seulbergs dürfte die sichere Lage im Rund des Seulbachs ausschlaggebend gewesen sein, wovon sich vermutlich auch der Ortsname – „sul“ für Feuchtigkeit – ableitete. Die beiden Bachläufe gaben die Anlage des Dörfchens als „Rundling“ vor, begrenzten aber auch sein Wachstum. Zur Sicherung genügten ab dem Mittelalter zwei Tore. Über Jahrhunderte blieb es bei einigen Dutzend Hofstellen, zumal, wie sich später zeigte, die Böden für ertragreichere Anbaumethoden nicht geeignet waren. Am besten gediehen Obstbäume, ein Erbe das noch heute in den ausgedehnten Streuobstwiesen ringsum nachklingt.

Auch wenn es der gute Aliulf im 8. Jahrhundert noch nicht wissen konnte, der Herrgott zeigte sich erkenntlich, indem er hochwertige Tone im Erdreich versteckte. Wann sie entdeckt wurden und ein blühendes Töpferwesen entstehen ließen, ist allerdings nirgends verzeichnet. Als die Schreiber im 17. Jahrhundert die schweren Drangsale im Dreißigjährigen Krieg und den nachfolgenden Hexenverfolgungen, denen 54 Menschen, darunter mehrere Kinder zum Opfer fielen, festhielten, spielte dieses Handwerk noch eine untergeordnete Rolle.

Mit zunehmendem Wohlstand änderte sich das bald. Jetzt beutete man den Tonschatz im großen Stil aus und entwickelte zudem mit dem Schmauchen ein Verfahren, die Töpfe wasserdicht zu machen. Dies war preiswerter als eine Glasur. Genügend Holz zum Befeuern der beiden Brennöfen – wegen der Brandgefahr vor den Toren – besaß man als Teil einer Markgenossenschaft in den Taunuswäldern.

Jetzt kam den fleißigen Seulbergern ihre verkehrsgünstige Lage im Rhein-Main-Gebiet zugute. Mit der Kiepe auf dem Rücken zog man nach Frankfurt oder zur Residenzstadt Homburg, um das Geschirr zu verkaufen. Straff in einer Zunft organisiert, gab es zu den besten Zeiten um 1800 nicht weniger als 27 Töpfermeister in dem damaligen 250-Seelen-Dorf. Erst die weitaus produktiver arbeitende Industrie beendete diese Entwicklung bis 1850. Aber da gab es schon neue Verdienstmöglichkeiten in den allerorten entstehenden Fabriken und Handwerksbetrieben. Auch die Landwirtschaft verlor an Bedeutung. Heute erinnert nur noch das Hufeisen im Ortswappen daran.

Längst war Seulberg über den Seulbach hinausgewachsen. Weiteren Zuzug erhielt es durch die Einquartierung von 400 Heimatvertriebenen nach 1945, und auch heute mit jetzt rund 8000 Einwohnern ist die weitere Ausbreitung programmiert. Das buchstäbliche Zusammenwachsen mit Friedrichsdorf entspricht räumlich der 1972 vollzogenen Fusion mit der ursprünglich hugenottischen Gründung. Es gab sogar Zeiten, da war Seulberg größer als der Hauptort, sogar das größte und reichste der fünf Dörfer umfassenden Landgrafschaft Hessen-Homburg.

Trotz vielfältiger Veränderungen und des Verlustes der kommunalen Unabhängigkeit hat sich Seulberg dank einiger alteingesessener Familien ein Stück Eigenständigkeit bewahrt, so unverwechselbar wie der noch oder wieder gepflegte Dialekt „Sellwich“, einer Mischung aus „weichem“ Hessisch und dem Idiom der Wetterau mit seinem rollenden „R“. Was es sonst noch zu sehen und sagen gibt, bewahrt das Heimatmuseum, das bis unters Dach des stattlichen Rathauses, dem früheren, rund 10 000 Exponate versammelt und unterdessen, abgesehen von einem blühenden Vereinswesen, mit zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen, Märkten und kindgerechten Programmen seinen Teil zum Erhalt der kulturellen Identität Seulbergs beiträgt.

 

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